Grundschule am Kirchteich wird Anlaufstelle für Bildung, Beratung und Begegnung – Startchancen-Programm stärkt Schulen und ihre Stadtteile
Die Stadt Halle (Saale) hat an der Grundschule am Kirchteich ihr erstes Familienschulzentrum im Rahmen des Startchancen-Programms eröffnet. Bildungsminister Jan Riedel, die Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale), Katharina Brederlow, und Kerstin Lehner, Geschäftsführerin der Wübben Stiftung Bildung, weihten das neue Familienschulzentrum gemeinsam mit der Schulgemeinschaft ein.
„Familienschulzentren bringen Unterstützung dorthin, wo Kinder und Eltern jeden Tag erreichbar sind: an die Schule. Sie verbinden Bildung, Beratung und Begegnung und öffnen die Schule stärker in den Stadtteil hinein. Dabei ist mir besonders wichtig, dass Eltern nicht nur informiert, sondern als wichtige Bildungspartner aktiv einbezogen werden. Eine verlässliche, wertschätzende und niedrigschwellige Elternarbeit verbessert die Bildungschancen der Kinder und stärkt zugleich das soziale Miteinander im Quartier“, sagt Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale).
Schule als Knotenpunkt im Sozialraum
Familienschulzentren entwickeln Schulen zu zentralen Anlaufstellen für Kinder und ihre Familien. Sie bündeln Beratungs-, Bildungs- und Unterstützungsangebote, begleiten Familien bei Bildungsübergängen und vermitteln bei Bedarf an geeignete Fachstellen. Die Koordination arbeitet eng mit der Schulleitung, der Schulsozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe, kommunalen Einrichtungen, freienTrägern und weiteren Partnern im Sozialraum zusammen. Schulen werden damit nicht nur als Lernorte, sondern zugleich als Orte der Begegnung, Beratung und gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt. Der Aufbau wird durch die Wübben Stiftung Bildung fachlich begleitet.
Ausbau an weiteren Schulen in Halle
Nach dem Start an der Grundschule am Kirchteich wird das Konzept auf weitere Schulstandorte in Halle übertragen. Familienschulzentren sind auch an der Grundschule „Karl-Friedrich-Friesen“, der Grundschule Otfried Preußler, der Grundschule Am Heiderand, der Grundschule „Rosa Luxemburg“ und der Grundschule „August Hermann Francke“ vorgesehen. Darüber hinaus soll ein schulübergreifendes Angebot für die drei Schulen des entstehenden Lerncampus Kastanienallee aufgebaut werden. Dazu gehören die Grundschule Kastanienallee, die Gemeinschaftsschule Kastanienallee und das Christian-Wolff-Gymnasium. Auf diese Weise entstehen in unterschiedlichen Stadtteilen verlässliche Strukturen für Elternarbeit, Beratung und die Vernetzung der Schulen mit ihren jeweiligen Sozialräumen.
Startchancen-Programm als langfristige Investition in Bildung
Das Startchancen-Programm ist auf zehn Jahre von 2024 bis 2034 angelegt. Bundesweit werden rund 4.000 Schulen in besonders herausfordernden Lagen unterstützt. Das Programm verbindet drei zentrale Bausteine: Investitionen in zeitgemäße und lernförderliche Schulgebäude, ein Chancenbudget für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie zusätzliches Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg nachhaltig zu verringern. In Halle (Saale) nehmen insgesamt 21 Schulen unterschiedlicher Schulformen am Programm teil. Für die Fördersäule I steht der Stadt Halle (Saale) ein Investitionsvolumen von rund 34,32 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden rund 27,46 Millionen Euro durch Bundes- und Landesmittel abgedeckt. Gefördert werden unter anderem Umbauten und Erweiterungen, moderne Lernräume, flexible Ausstattungen, Bewegungs- und Rückzugsbereiche sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und sozialräumlicher Öffnung.
Sanierung und neue Lernlandschaften am Kirchteich
Mit der Eröffnung des Familienschulzentrums beginnt zugleich eine umfassende Weiterentwicklung des gemeinsamen Schulstandortes der Grundschule am Kirchteich und der Förderschule „Christian Gotthilf Salzmann“. Die bauliche Umsetzung startet im Schuljahr 2026/2027. Der eigentliche Baubeginn ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen und der Abschluss der Arbeiten ist nach derzeitigem Planungsstand für das dritte Quartal 2028 geplant. Das Gesamtvorhaben hat einen Umfang von rund 22,95 Millionen Euro. Neben der Komplettsanierung des Bestandsgebäudes sind Erweiterungsbauten für Flure als Lernlandschaften, eine verbesserte barrierefreie Erschließung, moderne technische Anlagen, neue IT-Infrastruktur sowie eine Neugestaltung der Außenbereiche vorgesehen. Offene Lernzonen sollen künftig differenziertes Lernen, Gruppenarbeit, individuelle Förderung und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Im Rahmen der Fördersäule I des Startchancen-Programms sollen am Standort zusätzliche Erholungs- und Rückzugsbereiche sowie die Erweiterung des Gebäudes realisiert werden, um zusätzliche Lernräume entstehen zu lassen. Die Fördermittel wurden im Juni 2026 beantragt. Der Erweiterungsneubau öffnet zusätzliche Räume für vielfältige Lernformate und schafft lernförderliche Lernlandschaften mit hoher Aufenthaltsqualität.
„Die Grundschule am Kirchteich wird ab diesem Schuljahr endlich grundlegend saniert. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Kinder, die Familien und die Beschäftigten am Standort. Ich freue mich besonders, dass wir Mittel des Startchancen-Programms nutzen können, um über die reine Gebäudesanierung hinaus zusätzliche lernförderliche Räume und moderne Lernlandschaften zu schaffen. Das Erweiterungsmodul öffnet die Schule für vielfältige Lernformen und schafft mehr Raum für individuelle Förderung, gemeinsames Arbeiten, Konzentration und Begegnung“, so
Katharina Brederlow.
Mit dem ersten Familienschulzentrum verbindet die Stadt Halle (Saale) drei zentrale Ziele: eine intensivere Zusammenarbeit mit Eltern, eine stärkere Vernetzung der Schule mit ihrem Stadtteil und die nachhaltige Verbesserung der räumlichen Lernbedingungen. Die Grundschule am Kirchteich übernimmt
damit eine wichtige Pilotfunktion für die weitere Entwicklung der Familienschulzentren in Halle.
Pressemitteilung der Stadt Halle (Saale)
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